Möbel umstellen

Befasst man sich nur kurz mit der Thematik “Blindheit bei Hunden” stößt man auf den verschiedensten Seiten meist auf die gleichen Tipps und Hinweise. Einer davon ist das Umstellen von Möbeln. In den meisten Fällen wird einem geraten, nach der Erblindung des Hundes seine Möbel zukünftig nicht mehr umzustellen. Diesen Hinweis findet man immer und immer wieder. Auch wir haben diesen “Tipp” so oft gelesen, dass wir am Anfang annahmen, zukünftig nicht mehr unsere Möbel umstellen zu können. Dieser Gedanke stört uns um ehrlich zu sein nicht, weshalb wir auch nicht weiter darüber nachgedacht haben.

Nun standen bei uns in den letzten Monaten einige Umzüge an, wodurch das Thema “Möbel umstellen” wieder hervorgerufen wurde. Nun, ein paar Wochen nach der Erblindung waren wir natürlich schon viel sicherer “im Umgang” mit Mausi bzw. der Behinderung und waren nicht mehr ausschließlich auf Ratschläge von anderen angewiesen.
Um die Umzüge gab es kein drum herum und die damit verbundenen neuen Umgebungen, innen wie außen. Also hatten wir zwei Möglichkeiten.. 1. Wir zerreißen uns den Kopf, wie und ob Mausi sich daran gewöhnen wird und packen sie imaginär in Watte um ihr “ungewollt” das Gefühl zu geben, hier stimmt etwas nicht. Oder 2. Wir lassen alles auf uns zukommen, lassen sie von selbst die neue Wohnung erkunden, um sich “ein Bild der Wohnung im Kopf zu speichern”.
Wer uns nun schon etwas kennt, weiß sicher schon, für was wir uns entschieden haben 😉 Richtig – wir haben uns für Nummer zwei entschieden. Und siehe da, in keiner Wohnung hat Mausi länger als einen Tag gebraucht, um sich zurecht zu finden! Natürlich ist Mausi hier und da mal gegen die Tür oder eine Wand gedotzt, aber nur so konnte sie lernen, wo ein Hindernis ist. Keiner musste sie ans Wasserchen oder ins Bettchen heben und sie brauchte auch kein Helmchen um von A nach B zu kommen 😀
In unserer jetzigen, neuen Wohnung, richten wir von Grund auf alles neu ein. Jedes Möbelstück wird erneuert. So kommt es, dass plötzlich hier etwas Neues im Raum steht, dort etwas verschoben wird, so lange bis alles fertig ist. Mausi ist aber die Ruhe selbst und zeigt mal wieder, dass man nicht alles zu versteift sehen sollte bzw. muss.

Ein Tipp der so oft zu lesen ist, wie das Gerücht “rohes Fleisch macht Hunde aggressiv”, sollte sich nicht so in unsere Köpfe bohren, dass wir vergessen uns ein eigenes Bild zu machen und unsere eigenen Erfahrungen zu machen. Versteht uns nicht falsch, jeder Hund reagiert anders auf seine Blindheit, auch wenn die Mehrheit wahrscheinlich super damit auskommt, aber wir dürfen nicht einfach davon ausgehen, dass etwas nicht funktioniert, wenn wir es nicht selbst getestet haben.

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