Türchen Nr. 12

Türchen Nummer 12 öffnet sich!
Hinter dem heutigen Türchen versteckt sich mein blinder Freund Jack ❤

„Jack, ein Handicap Husky?
Das ist Jack, ein sechsjähriger Sibirian Husky. Also das vermute ich jedenfalls aufgrund seiner Optik und seines Wesens, Papiere hat der Hund nämlich keine. Er kam nach vier Vorbesitzern im Herbst 2011 im Alter von ca. einem Jahr von der Nothilfe für Polarhunde zu uns und ich begann – das war ja schließlich der Plan – Zughundesport mit ihm zu betreiben.
Ende 2013 musste er an der Wirbelsäule operiert werden, weil dort eine Zyste hineingewachsen war. Seither fehlt ihm ein Teil eines Wirbelkörpers der Halswirbelsäule. Bei der OP in der Uni – Tierklinik in Gießen wurde dann auf beiden Augen ein starker Katharakt (grauer Star) festgestellt. Jack sieht nahezu gar nichts mehr.
Natürlich informiert man sich dann erstmal über blinde Hunde. Zum einen über die Krankheit, zum anderen auch über blinde bzw. sehbehinderte Hunde und die Ideen, die andere mit ähnlich behinderten Hunden so entwickeln. Es ist dann doch schön zu sehen, dass man nicht allein mit dieser Problematik ist. Das Internet ist ja quasi voll von Informationen hierzu und wenn man sich da ein bißchen tummelt (z.B. in einer entsprechenden Gruppe in Facebook) findet man ganz erstaunliche Geschichten über blinde Hunde. Da gibt es welche, die mit einem blinden Hund Wasserrettungsarbeit machen. Andere machen Hindernisläufe, Dummyarbeit, Mantrailing, usw. Irgendwann wird dann dieser „geht nicht, gibt`s nicht“ Reflex ausgelöst und das ist für alle Beteiligten von großem Vorteil. Während man zunächst mal denkt, „ein blinder Hund kann nichts und wenn er was kann, gilt es das zu bewundern“, ändert sich das dann in ein „der blinde Hund kann alles und wenn er das nicht kann, kann man es ihm irgendwie anders beibringen“. Der Kontakt zu anderen Menschen, die sich von so einer Behinderung ihres Hundes nicht kleinkriegen lassen und mir immer wieder sagen „schone ihn nicht, der kann das!“ hat ungemein geholfen. Außerdem kann man bei schlechtem Wetter Leckerlie verstecken im Wohnzimmer spielen ohne sich zu bücken!
Wenn wir heute irgendwo umherlaufen, merken nur besonders aufmerksame Menschen das Jack nahezu nichts sieht. Natürlich kommt er draussen nicht von der Leine, andererseits kam er das als sehender Hund aufgrund seines Jagdtriebs auch nicht. Natürlich rennt er immer wieder mal was um, läuft irgendwo dagegen oder stolpert. Aber tun das nicht tolpatschige andere Hunde auch?
Ich bin stolz auf meinen Jack. Ich bin stolz darauf, was dieser tolle Hund leistet, wie er mir vertraut wenn ich „rechts“ oder „links“ rufe während wir durch den Wald rennen und er mich zieht. Heute sind wir diejenigen, die anderen in ähnlicher Lage sagen können „schone ihn nicht, der kann das“ und wir können das auch verknüpfen mit einem „schau dir Jack an, Jack kann das ja schließlich auch“. Und wir sind viele. Wir rennen mit anderen Hunden die nichts sehen, wir rennen mit Hunden die nichts hören, wir rennen auch mit Dreibeinern, Hunden mit verkrüppelten Pfoten, mißhandelten Hunden und schwer Zuckerkranken jeder beliebigen Rasse und alle (Mensch und Hund) machen das aus Spaß und nicht aus Ehrgeiz, mit ihrem Hund auf irgendeinem Treppchen zu stehen. Geht nicht, gibt es nicht. Und so schließt sich der Kreis zu der Überschrift „Jack, ein Handicap Husky?“ Die Antwort von uns: ein klares NEIN! Jack ist Lebensfreude auf vier Pfoten und das das kein Handicap ist, sollte wohl jedem einleuchten.“

(Der Text wurde original übernommen, es wurden keine Korrekturen oder Änderungen vorgenommen.)

Wir bedanken uns herzlichst bei Andreas Liebers für die super ausführliche Geschichte von Jack <3

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